Verantwortung gegenüber baukulturellem Erbe
- David Zeiter

- 11. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 15. Juni
Es hat einige Jahre gedauert, bis David Zeiter und Rahel Zimmermann in ihr Haus im kleinen Weiler Bitzinen unterhalb von Visperterminen einziehen konnten. Aus mehreren alten Gebäude entstand ihr neues, nachhaltig renoviertes Zuhause.

Im Weiler Bitzinen unterhalb von Visperterminen haben Rahel Zimmermann und David Zeiter eine vom Zerfall bedrohte Gebäudegruppe aus dem 17. Jahrhundert sorgfältig saniert und zu einem architektonischen Kleinod weiterentwickelt. Statt eines Neubaus entschieden sie sich bewusst für den Erhalt der historischen Bausubstanz im schützenswerten Ortsbild von nationaler Bedeutung.
Für David Zeiter - Bauphysiker und Vorstandsmitglied von VETA/NOVA kam trotz vorhandenem Bauland ein Neubau nie infrage: Für ihn bedeutet die Sanierung historischer Gebäude auch Verantwortung gegenüber dem baukulturellen Erbe. Den oft gehörten Einwand, Umbauten seien grundsätzlich teurer als Neubauten, relativiert er – mit Durchhaltewillen entstehe etwas Einmaliges und nicht Reproduzierbares. Bei der Sanierung legten er und seine Frau grossen Wert auf Nachhaltigkeit und setzte konsequent auf natürliche Materialien wie Lehm, Holz und Schafwolle.

Beim Umbau der Gebäudegruppe in Bitzinen stand der respektvolle Umgang mit der historischen Bausubstanz im Zentrum. Auf neue Öffnungen oder vergrösserte Fenster wurde bewusst verzichtet, stattdessen verband eine harmonisch gestaltete Westfassade die drei Gebäude zu einem stimmigen Ensemble. Alte Elemente wie die jahrhundertealte Rebe, der Lindenbaum oder originale Lärchenbalken blieben erhalten und prägen bis heute den Charakter des Hauses.

Im Innern verbindet das Haus traditionelle Materialien mit modernen Wohnansprüchen und einem konsequent nachhaltigen Ansatz. Lehmwände, natürliche Baustoffe und durchdachte bauphysikalische Lösungen sorgen für ein angenehmes Raumklima, ohne die historische Substanz zu beeinträchtigen. Zeiter kritisiert dabei Sanierungsmethoden mit übermässiger Innendämmung, die alte Holzkonstruktionen langfristig schädigen können.
Die Wohnräume zeichnen sich durch viel Liebe zum Detail, sorgfältig abgestimmte Farben und eine Mischung aus alten und neuen Elementen aus. Besonderes Augenmerk gilt der Küche als zentralem Treffpunkt des Hauses sowie den gezielt inszenierten Ausblicken auf die Walliser Bergwelt. So entstand in Bitzinen ein Zuhause, das Gestaltung, Funktionalität und Baukultur auf eindrückliche Weise verbindet.





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